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Anträge
04.09.2018 | Ratingen
Wenn Eltern ihre Kinder misshandeln - berufliche Realitäten im „Allgemeinen Sozialen Dienst“ (ASD): die Herausforderung sozialpädagogischer Arbeit heute
Die CDU Fraktion Ratingen stellt den Antrag, dass das Jugendamt einen Sachstandsbericht zeitnah vorlegt, der die Arbeitsbelastung, die Fallzahlen pro Mitarbeiter/innen, die Personalfluktuation sowie die Kommunikationswege zu anderen beteiligten Ämtern und Vollzugsbehörden darstellt. Darüber hinaus sollen Empfehlungen formuliert werden, um einen guten und verantwortungsvollen Kinderschutz in Ratingen weiterhin sicherzustellen.
Ratingen - Der aktuelle Missbrauch Fall in Staufen macht ein Versagen von Justiz und dem dortigen Jugendamt deutlich, das jetzt politisch aufgearbeitet wird. Die Ergebnisse sind abzuwarten. Bereits im Mai 2018 kommt die bundesweite Studie der FH Koblenz "Zur Situation des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) im Jugendamt" zu dem erschreckenden Ergebnis, dass viele Sozialarbeiter/innen in deutschen Jugendämtern Kindern und Familien oft nicht so helfen können, wie es nötig wäre. Es fehlt an Zeit, Erfahrung und Wissen und deshalb kann ein guter Kinderschutz nicht gelingen. Die Studie wurde von der FH Koblenz in Kooperation mit dem Jugendamt Berlin-Mitte durchgeführt und erstreckt sich über den Zeitraum Oktober 2016 bis März 2018 und bedient sich eines Mixed Methods Designs. Als Stichprobe für die 13.355 Sozialarbeiter/innen im Bereich ASD haben 652 Mitarbeiter/innen aus 175 Jugendämtern deutschlandweit den Fragebogen mit 120 Variablen in drei Befragungswellen zwischen März und August 2017 ausgefüllt. Zudem wurden vertiefende Leitfadeninterviews mit zwölf Sozialarbeiter/innen aus unterschiedlichen Bundesländern durchgeführt. Zum Beispiel Nordrhein-Westfalen stellt mit 168 von 563 Jugendämtern in Deutschland einen Anteil an der Grundgesamtheit von 30 Prozent. In der Stichprobe (175 Jugendämter) ist NRW mit 50 Jugendämtern vertreten, dies entspricht 29 Prozent. Die Bundesarbeitsgemeinschaft ASD fordert seit Jahren, dass sich Vollzeitkräfte des Jugendamtes zum Schutz der Kinder zeitgleich um maximal 35 Fälle kümmern sollten. Die Studie macht deutlich, dass nur in 68 Prozent der Ämter diese empfohlene Obergrenze eingehalten werden kann. Neben der Forderung nach mehr Mitarbeiter/innen kommt die Studie auch zu dem Ergebnis, dass ein/e Kinderschutzbeauftragte/r, der/die sich auf oberster Ebene um die Belange von Kindern kümmern kann, ein Teil einer Lösung ist, um Kinderschutz in der Kommune sicher zu stellen. Ein weiterer Lösungsansatz sind bessere Kommunikationsstrukturen zwischen Familiengerichten, Polizei und Jugendämtern sowie eine gesetzliche Fortbildungspflicht für die handelnden Personen.