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24.04.2018
Projekte in Ratingen-Mitte schreiten voran
Viel tut sich in Ratingen-Mitte. Das zeigte sich auch auf der Sitzung des Bezirksausschusses-Mitte. 
Wichtigstes Thema waren natürlich die Planungen rund um das ehemalige Hertie-Haus: Als äußerst positiv bewerteten die Ausschuss-Mitglieder auch die Öffnung des Düsseldorfer Platzes hin zur Altstadt und die Ansiedlung des Einzelhandels, vom Vollsortimenter bis hin zu kleineren Geschäften, der sich auf dem Gelände etablieren kann. „Auch Fachgeschäfte mit Sortimenten bislang geringer Kaufkraftbindung verbessern den Branchenmix und die Attraktivität der gesamten Innenstadt – die Kombination wird Magnet-Wirkung haben“, brachte es Gerold Fahr, Sprecher der CDU-Fraktion, auf den Punkt.

Lediglich die deutlich zu geringe Stellplatzzahl - knapp 150 statt erforderlicher 400 -  seien noch nachzubessern, damit die Märkte auch gut angenommen werden, beschloss der Ausschuss.

Die Grünen forderten Verbesserungen an großen Fassaden und eine Bürgerbeteiligung. Nach einer teilweise kleinteiligen Diskussion warnte BU-Sprecher Rainer Vogt davor, das gute Projekt jetzt schon zu zerreden.

Der Ausschuss beschloss dann auf CDU-Vorschlag die Einsetzung einer Arbeitsgruppe „Bebauungspläne Wallstraße“. Sie soll die weitere Konkretisierung des Projektes mit Vertretern der Investoren, Verwaltung, der Fraktionen ab drei  Mitgliedern, der Heimatvereine und des Einzelhandels vorantreiben und dient als flexibles und intensives Vorbereitungsgremium ohne eigene Beschlusskraft für die folgenden Ratsgremien. Eine solche Arbeitsgruppe hatte vor allem bei den neuen Gebäuden am Markt 17 – 21 gute Ergebnisse gebracht. „Dadurch können wir schnell handeln und Fragen wie die der Gestaltung und nötigen Stellplätze zügig und detailliert klären“, so Gerold Fahr weiter.

Lange diskutierten die Mitglieder des Ausschusses über die Bebauung der ersten beiden Teilgrundstücke des „Schwarzbachquartiers“, die mit einem großen Bürogebäude und einem Hotel mit bis zu 120 Zimmern bebaut werden soll. Eine Feasibilitystudie zum Hotelprojekt bewertet den Ratinger Hotelmarkt als teilweise nicht mehr zeitgemäß und für neue Bedarfe aufnahmefähig. Deshalb empfiehlt die Studie ein Hotel mit zwei verschiedenen Konzepten unter einem Dach, dem sogenannten „Dual-Brand“ – einer Kombination aus Budget- und gehobenem Mittelklassehotel. Durch die Nähe zur A 44 und S-Bahn sowie dem aus dem neuen Premium-Gewerbegebiet selbst entstehenden Bedarf ist die Lage des Hotels besonders attraktiv.

Hauptdiskussionspunkt ist nach wie vor die Verkehrsabwicklung. Die Vertreter fast aller Fraktionen äußerten mehr oder weniger Bedenken sowohl zum Verkehrsfluss auf der Balcke-Dürr-Allee als auch zu dem geplanten Stellplatzangebot. So sei es doch verwunderlich, dass bei dem großen Bürogebäude knapp ein Drittel der Tiefgaragen-Parkfläche als Abstellplätze für Fahrräder gedacht seien – eine völlig unrealistische Annahme, wie die CDU feststellte und gleichzeitig mehr Kfz-Plätze forderte. Ein Rückstau durch die gemeinsame Einfahrt beider Gebäude in die Tiefgarage auf die Balcke-Dürr-Allee müsse jedenfalls ausgeschlossen werden, damit auf dieser wichtigen Achse der Verkehrsfluss gewährleistet sei.

Die Inbetriebnahme weiterer Baufelder wird an die Fertigstellung notwendiger Verkehrskapazitätserweiterungen gekoppelt. Dies hatte die CDU bereits in einem Antrag 2017 gefordert. Dazu müssen Investor und Stadt gleichermaßen eine enge Zeitschiene einhalten. Als erste Maßnahme steht der Ausbau der Kreuzung Balcke-Dürr-Allee / Homberger Straße an, der aktuell nochmals etwas üppiger überplant wird und dieses Jahr in Angriff genommen werden muss.

Für den heutigen Kreisel bei Esprit soll außer dem Umbau zu einer Kreuzung noch einmal intensiv ein Ausbau des Kreisverkehrs geprüft werden. Hierzu könnte auch ein Überflieger für Fußgänger und Radfahrer in Betracht gezogen werden.