CDU-Fraktion: Wallhöfe nicht zerreden

11.02.2020

„Ratingen braucht die Wallhöfe“, so betont die CDU-Fraktion noch einmal. Denn die Wallhöfe sind Teil eines strategischen Plans für die behutsame Erneuerung der Innenstadt als einziges Ratinger Hauptversorgungszentrum, der Stärkung eines ortsnahen Einzelhandelsangebotes, der Erweiterung des Parks und Bereitstellung im Stadtbild unsichtbarer, moderner Stellplätze.

Die historische Altstadt hat wenig größere, leistungsfähige Handelsflächen; gerade deshalb sollen am ehemaligen Hertie-Standort größere Flächen entstehen – so empfiehlt es das von allen Parteien beschlossene Einzelhandelskonzept der Stadt Ratingen.

So sollen in den Wallhöfen ab dem ersten Obergeschoss ca. 75 neue, dringend benötigte barrierefreie Wohnungen in der Innenstadt entstehen  – Gerüchte um ein Ärztehaus und eine Apotheke sind längst vom Tisch. Erstmals seit Jahrzehnten erhalten die Kunden in der Innenstadt mit Edeka Kels als Vollsortimenter und Aldi als Discounter wieder markführende Lebensmittelgebote. Im Gegensatz zum Stadttor werden die Ankermieter neue Angebote in die Innenstadt bringen, die es dort noch nicht gibt.

Bereits im Jahr 2018 hatte der Rat genau das Konzept und die B-Planaufstellung fast einstimmig beschlossen - ebenso den zweiten Schritt des Planverfahrens, die Offenlage und Fortführung mit der Firma Tecklenburg. Umso unverständlicher sind nun die Gegenstimmen: „Es ist schwierig, wenn plötzlich unrealistische Forderungen aufgestellt werden, die noch dazu schlecht für die Innenstadt sind“, so die CDU-Fraktion. Konkret ist die Idee aufgekommen, dass Aldi und Edeka komplett ins Erdgeschoss ziehen, alle weiteren Ladenflächen entfallen, für das 1. UG sind dann nur noch Parkplätze vorgesehen.
Die CDU-Fraktion rechnet es einmal vor: Nach derzeitiger Planung hat Edeka im EG 1.490 Quadratmeter (in Ratingen Ost 2.500), weitere, kleinteiligere Fachgeschäfte und Gastro-Betriebe sollen sich auf 840 Quadratmetern einrichten – 2.330 Quadratmeter müssen also zur Verfügung stehen. Nimmt man Aldi vom UG ins Erdgeschoss, braucht man aber  2.710 Quadratmeter, es fehlen also fast 400 Quadratmeter Fläche. Die Rechnung geht also nicht auf – es sei denn man verzichtet auf die aufgelockerte Bebauung und den offenen Weg – dann hätte man allerdings den alten Hertie-Klotz fast stehen lassen können.

Die Kritik an geschlossenen Außenfassaden ohne Fenster kann man sich auch sparen, da diese mit einem Aldi, der nicht für adrette Schaufenstergestaltung bekannt ist, Richtung Düsseldorfer Straße noch vergrößert würden.

Auch für den Innenstadt-Handelsstandort macht es keinen Sinn, dort ein ausschließliches Nahversorgungszentrum mit Edeka und Aldi aufzubauen: Das Zentrum von Ratingen ist gerade für Waren des mittelfristigen Bedarfs das einzige Hauptversorgungszentrum für alle Ratinger Stadtteile und steht für eine ortsnahe Versorgung.

Hinzu kommt: Das Unternehmen Tecklenburg hat mit Blick auf die beiden vom Stadtrat nahezu einstimmig beschlossenen B-Plan-Verfahrensschritte im Vertrauen auf den noch anstehenden Satzungsbeschluss bereits viel investiert. „Bei einem Abbruch kurz vor dem Satzungsbeschluss ist Ratingen bei Investoren auf Jahre verbrannt – so schnell baut man Vertrauen nicht mehr auf“, so die CDU-Fraktion weiter.

Letztlich haben die Stadt Ratingen und der Stadtrat die Planungshoheit und Verantwortung hat das Projekt. Daran ändert auch eine mögliche rechtliche Überprüfung eines Bebauungplanes, wie sie am Düsseldorfer Platz und bei DKV stattgefunden hat, nichts.

Die CDU-Fraktion betont: „Wir wollen einfach nicht mit ansehen, dass Einzelinteressen die lang ersehnte nachhaltige Einzelhandels- und Wohnortstärkung der Innenstadt torpedieren und sind zuversichtlich, dass der Stadtrat die richtige Entscheidung trifft.“