Initiierung eines Leitbildprozesses für Ratingen-West ? ?Sauber. Vernetzt. Sozial. Zukunftsfähig ? Ratingen-West 2050?
Antrag für den BezA2, StUKKMA sowie Folgeausschüsse
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
Ratingen-West ist kein historisch gewachsenes Quartier, sondern hat sich als sogenannte Planstadt entwickelt. Das ursprüngliche städtebauliche und soziale Konzept hat sich im Laufe der Jahrzehnte durch vielfältige gesellschaftliche, wirtschaftliche und demografische Veränderungen deutlich gewandelt.
Heute zeigt sich Ratingen-West als Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf. Unverändert ist er geprägt von sozialer Vielschichtigkeit und dem Zusammenleben zahlreicher Nationen und Kulturen. Trotz damit einhergehender Herausforderungen bestehen tragfähige gesellschaftliche Strukturen und infrastrukturelle Grundlagen, auf denen eine zukunftsgerichtete Weiterentwicklung aufbauen kann.
Unübersehbar ist jedoch, dass die Herausforderungen gewachsen sind. Viele Bürgerinnen und Bürger erwarten Antworten auf zentrale Fragen des Zusammenlebens – insbesondere in den Bereichen Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung, Bildung und Wirtschaft, Mobilität und Klimaschutz, generationenübergreifendes und bezahlbares Wohnen, Quartiersmanagement, Integration sowie soziales Miteinander.
Zudem stellt sich die Frage, wie ein Stadtteil weiter zusammenwachsen kann, der strukturell unterschiedlich geprägt ist. Unter der Bezeichnung Ratingen-West wird inzwischen das gesamte Gebiet westlich der Bahnlinie Duisburg–Düsseldorf verstanden, einschließlich Alt-Eckamp und Volkardey mit der Seesiedlung. Vor diesem Hintergrund geht es auch um Identität und Wahrnehmung: Wie kann es gelingen, bestehende Stereotype zu überwinden und eine gemeinsame Perspektive für den Stadtteil zu entwickeln?
Vor dem Hintergrund einer inzwischen veralteten Stadtteilanalyse, dynamischer Entwicklungen sowie bereits laufender und avisierter Planungen – unter anderem Westbahn/West II, Vorkaufsrechtssatzung Gewerbegebiet Brandenburger/Berliner Straße sowie Verlängerung der U81 – halten wir es für erforderlich, einen strukturierten Leitbildprozess für Ratingen-West anzustoßen.
Ziel sollte sein, eine integrierte Vision für den Stadtteil mit einem Zeithorizont bis zum Jahr 2050 zu entwickeln, unter der bestehende und künftige Maßnahmen gebündelt, koordiniert und strategisch eingeordnet werden.
Der Leitbildprozess soll ausdrücklich nicht dazu führen, notwendige kurzfristige Maßnahmen – insbesondere im Bereich Sicherheit und Ordnung – zurückzustellen. Vielmehr geht es um eine koordinierte Integration aktueller Maßnahmen mit einer langfristigen Zukunftsperspektive.
Wir beantragen daher:
Mit freundlichen Grüßen
Gez.
Stefan Heins Lars Bammann Sebastian Wladarz
Fraktionsvorsitzender Ratsmitglied Ratsmitglied
Anlage: 12. Punkte für Ratingen-West
Sauber. Vernetzt. Sozial. Zukunftsfähig.
1. Unser Selbstverständnis
Ratingen-West entwickelt sich zu einem modernen, lebenswerten Stadtteil, der Wohnen, Arbeiten, Lernen und Zusammenleben intelligent verbindet. Sauberkeit, Ordnung und gegenseitiger Respekt sind Grundlage des täglichen Miteinanders.
Für Extremisten jedweder Orientierung ist bei uns kein Platz!
Zukunftsorientierte Technologien, soziale Verantwortung und aktive Beteiligung der Bewohnerschaft prägen die Entwicklung des Quartiers.
2. Sauberkeit & Ordnung – Grundlage von Lebensqualität
Sauberkeit und Ordnung sind sichtbare Zeichen einer funktionierenden Stadtteilgemeinschaft.
Leitgedanke: Ein Stadtteil, der Wertschätzung zeigt – für Menschen und Räume.
3. Wohnen – intelligent, bezahlbar, vielfältig
Der Stadtteil bietet zeitgemäßen Wohnraum für alle Generationen:
• Energieeffiziente, klimaangepasste Gebäude
• Digitale Quartiers- und Gebäudemanagementsysteme
• Sozial ausgewogene Durchmischung der Wohnformen
• Hochwertige Freiräume zur Begegnung
4. Arbeiten & Wirtschaft – lokal verankert, zukunftsorientiert
Ratingen-West wird zu einem urbanen Arbeitsstandort:
• Co-Working- und Innovationsflächen im Quartier
• Förderung digitaler, nachhaltiger Geschäftsmodelle
• Vernetzung von Wirtschaft, Bildung und Stadtteilentwicklung
• Kurze Wege zwischen Wohnen und Arbeiten
5. Lernen & Bildung – lebenslang und gemeinschaftlich
Bildung ist Motor der sozialen Erneuerung:
• Moderne Lernorte mit digitalen und hybriden Formaten
• Sprachförderung, Medienkompetenz und Qualifizierung
• Niedrigschwellige Angebote für alle Altersgruppen
• Lernorte als offene Treffpunkte im Quartier
6. Integration & soziales Miteinander – Vielfalt als Stärke
Der Stadtteil steht für Respekt, Teilhabe und Zusammenhalt:
7. Stadtteilkultur & kulturelle Bildung – Identität erleben und gestalten
Eine lebendige Stadtteilkultur stärkt Identifikation, Teilhabe und Zusammenhalt. Kulturelle Arbeit wird gezielt gefördert und als verbindendes Element im Quartier verstanden.
8. Umwelt & Mobilität – nachhaltig und gesund
Die Entwicklung erfolgt im Einklang mit Umwelt und Klima:
• Ausbau bzw. Pflege von Grünflächen und klimaresilienter Infrastruktur
• Förderung umweltfreundlicher Mobilität
• Intelligente Energie- und Ressourcennutzung
• Umweltbewusstsein als Teil des Alltags
9. Quartiersmanagement – koordinieren, stärken, verbinden
Ein integriertes Quartiersmanagement ist zentrales Steuerungsinstrument der Stadtteilentwicklung.
Ziel: Klare Zuständigkeiten, kurze Wege und ein handlungsfähiges Quartier.
10. Imagebuilding & Identifikation – neues Selbstbewusstsein
Die Entwicklung des Stadtteils wird durch einen strategischen Imagebildungsprozess begleitet.
• Entwicklung einer positiven, glaubwürdigen Stadtteilmarke
• Sichtbarmachung von Erfolgen, Engagement und Potenzialen
• Verknüpfung von Kommunikation mit realen Verbesserungen im Alltag
Ziel: Ein Stadtteil, der nach innen Identifikation stiftet und nach außen Wertschätzung erfährt.
11. Perspektive „Neu-Eckamp“ (Arbeitstitel) – Identität und Neuanfang
Im Rahmen der Stadtteilentwicklung wird die mögliche Umbenennung von Ratingen-West partizipativ und ergebnisoffen geprüft.
Ziel: Stärkung der Identifikation und ein sichtbares Signal für den Aufbruch in eine neue Entwicklungsphase.
12. Unser Anspruch