Auf Nachfrage der CDU-Fraktion in der Ratssitzung vom 25.02.2014 hatten Sie erklärt, dass es durch das Verhalten von obdachlosen Personen im Bereich Markt 17 - 20 vermehrt Beschwerden von Bürgern und Geschäftsinhabern an die Stadt Ratingen gegeben hat. Sie als Bürgermeister sicherten zu, schnellstmöglich eine Problemlösung herbeizuführen.
Wie wir nun feststellen konnten, wurden die angesprochene Immobilie durch Gitter verschlossen, damit dort die obdachlosen Personen keinen Unterschlupf mehr finden können. Auch wenn die CDU-Fraktion das schnelle Handeln grundsätzlich begrüßt, mussten wir feststellen, dass sich der identische Personenkreis nun auf der anderen Seite des Marktplatzes vor dem ehemaligen „Café Palm“ aufhält.
Erneute Beschwerden sind also in Kürze zu erwarten.
Im Gespräch mit den obdachlosen Menschen haben diese uns versichert, dass sie gerne zu einer Problemlösung beitragen würden und es ihnen fernliege, absichtlich belästigend zu wirken. Sie seien aber am alten Platz lediglich vertrieben worden und Hilfsangebote habe es von Seiten der Stadtverwaltung nicht gegeben. Nach Aussage der angetroffenen Personen bekommen diese wegen ihrer Lebensweise ohne Wohnsitz überwiegend keinerlei staatliche Unterstützung und Hilfe. Gelebt werde von dem, was die Passanten als Spende in den aufgestellten Hut werfen. An städtischen Übernachtungsmöglichkeiten seien sie mehrfach mit dem Hinweis auf Überfüllung abgewiesen worden. Diese Aussagen sind für uns zunächst natürlich nicht überprüfbar. Wir möchten aber feststellen, dass nach Auffassung der CDU-Fraktion kein Mensch in Ratingen auf der Straße schlafen oder hungern muss, sofern er es nicht selbst so will.
Wir bitten daher, dass sich die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung schnellstmöglich des Problems annehmen und den Personen die nötige Hilfe zukommen lässt.
Wir sind der Meinung, dass Belästigungen ab einem bestimmten Grad natürlich nicht hingenommen werden können, zugleich aber mit den Maßnahmen des Ordnungsrechtes auch soziale Hilfsmaßnahmen dringend erforderlich werden.
Wir bitten Sie eindringlich, schnell tätig zu werden und möchten Sie gleichzeitig bitten, in den zuständigen Ausschüssen über die aktuelle Sachlage und den weiteren Verlauf zu berichten.